Plausibilitätsprüfung mit KI: Unfallschilderung im Verkehrsrecht prüfen
Diese Plausibilitätsprüfung im Verkehrsrecht gleicht eine Unfallschilderung mit den historischen Wetterdaten zum angegebenen Zeitpunkt und Ort des Unfalls ab. Sie übersetzt die Adresse in Koordinaten, ruft das tatsächliche Wetter ab und führt eine forensische Plausibilitätsprüfung durch - alles in der Zeit, die früher allein das Öffnen eines Wetterarchivs gekostet hat.
Dateneingabe
Der Bot startet mit einer kurzen Dateneingabe. Er fragt das Unfalldatum, die Uhrzeit sowie die vollständige Adresse ab. Ein fünftes Feld ist optional: ein Freitextfeld zur Beschreibung des Unfallhergangs.

KI-Wetterabfrage
Die ausgefüllten Informationen übergibt der Bot an den ersten KI-Schritt, einen Pro Agent mit eigenen Tools. Seine Aufgabe: herauszufinden, wie das Wetter zur angegebenen Zeit an dieser Adresse tatsächlich war. Dafür ruft er zuerst ein Tool auf, das Adressen in Koordinaten umwandelt, sodass aus Straße und Ort GPS-Koordinaten werden, und mit dem zweiten Tool liefert er die historischen Wetterdaten für genau diese Koordinaten.
Ein Detail ist wichtig: Wetter-Tools liefern stündliche Werte, keine minutengenauen. Trägt jemand eine Uhrzeit wie 14:09 Uhr ein, ist der Agent angewiesen, auf den nächstgelegenen stündlichen Messwert zu runden, in diesem Fall 14:00 Uhr, und diesen als Wert zu verwenden.

Der Prompt dahinter lautet:
Sie sind ein Assistent, der anhand einer Adresseingabe mithilfe des Tools „Address to Coordinates” Koordinaten ermittelt und anschließend das Wetter für diese Koordinaten zum angegebenen Zeitpunkt abruft.
Wichtiger Hinweis zur Zeitangabe: Das Wetter-Tool liefert stündliche Messwerte. Wird eine minutengenaue Zeit (z. B. 14:09 Uhr) angefragt, muss für die endgültige Antwort der nächstgelegene volle Stundenwert (z. B. 14:00 Uhr) gewählt werden.
Antworten Sie professionell, sachlich und ausschließlich in diesem einfachen HTML-Format (ohne Überschriften):
- Wetterbedingungen: das Wetter kurz zusammenfassen, einschließlich Temperatur, Niederschlag und Sichtweite.
- Datengrundlage: eine kurze Erläuterung in Stichpunkten zur Standortbestimmung und zum verwendeten Zeitpunkt (ggf. gerundet).
Geben Sie vor oder nach diesem HTML-Block keinen weiteren Text, keine Begrüßungen und keine Schlussformeln aus.
KI-Plausibilitätsprüfung
Direkt nach der Wetterabfrage sitzt eine kleine Prüfung im Ablauf. Sie stellt sicher, dass das Wetterergebnis tatsächlich abgerufen wurde, bevor der nächste Schritt startet, damit im weiteren Verlauf keine „leeren” Werte verwendet oder angezeigt werden.

Der zweite KI-Schritt ist die eigentliche Arbeit des Bots: Er ist als Sachverständiger für die Analyse von Verkehrsunfällen konfiguriert. Er bekommt zwei Dinge vorgelegt: die Unfallschilderung und den Wetterbericht, den der erste Agent gerade erstellt hat. Seine einzige Aufgabe ist die Beurteilung des Unfallhergangs anhand der Fakten. Wenn jemand schreibt, er habe stark gebremst und sei wegen nasser Fahrbahn ins Rutschen gekommen, zeigen die Wetterdaten, ob das plausibel ist, oder eben nicht.

Der Prompt lautet:
Sie sind Sachverständiger für die Analyse von Verkehrsunfällen. Ihre Aufgabe ist es, die Schilderung des Unfallhergangs mit tatsächlichen Wetterdaten zu vergleichen und deren Plausibilität zu bewerten.
Antworten Sie professionell, sachlich und ausschließlich in diesem einfachen HTML-Format (ohne Überschriften):
- Ergebnis: Plausibel / Nicht plausibel / Nicht eindeutig.
- Begründung: eine kurze, sachliche Erläuterung in maximal zwei bis drei Sätzen, warum die Schilderung mit den Wetterdaten übereinstimmt oder nicht.
Geben Sie vor oder nach diesem HTML-Block keinen weiteren Text, keine Begrüßungen und keine Schlussbemerkungen aus.
Das Ergebnis kommt als eine von drei Einschätzungen zurück: „plausibel”, „nicht plausibel”, oder „nicht eindeutig”, mit kurzer Begründung. Genau hier setzen Sie an, wenn Ihre Organisation eigene Maßstäbe für Plausibilität braucht, wie streng der Abgleich sein soll, oder welche Wetterbedingungen einen Verdacht auslösen sollen. Auch dieser Schritt läuft automatisch, mit eigener kurzer Statusmeldung.

Nutzeransicht
Auf der Nutzerseite läuft eine komprimierte Version desselben Ablaufs, ausgefüllt direkt von der Person, die den Unfall erlebt hat, zum Beispiel über einen von der Kanzlei geteilten Link. Sie können diese Automatisierung natürlich auch rein intern in Ihrer Kanzlei nutzen, etwa indem Sie die Angaben direkt nach dem Telefonat Ihres Anwalts mit dem Mandanten eintragen. Auf dem ersten Bildschirm wählen Sie Unfalldatum und Uhrzeit, tragen die Adresse ein und schildern den Hergang. Ein „Weiter”-Button führt in den Abschnitt Analyse, wo die Wettersuche automatisch mit einer kurzen Statusmeldung startet, gefolgt von einer zweiten Statusmeldung, während im Hintergrund die Plausibilitätsprüfung läuft.
Der fertige Bericht erscheint dann direkt auf dem Bildschirm: zuerst das Wetter am Unfallort, verständlich formuliert, direkt darunter die Plausibilitätseinschätzung mit einer kurzen Erklärung, warum die Schilderung zu den Bedingungen an diesem Tag passt oder nicht. Kein Button, kein Warten auf ein PDF, die Antwort steht direkt da, bereit zum Lesen oder zur Übernahme in die Akte.

Ob dieser Bericht auf dem Bildschirm angezeigt, per E-Mail versendet oder direkt in die Akte übernommen werden soll, ist eine Entscheidung, die Sie für Ihren eigenen Aufbau bewusst treffen sollten. Wird die Automatisierung von Ihrem Mandanten genutzt, lässt sich der letzte Schritt auch trennen, sodass die einreichende Person nur eine Bestätigung sieht, während die vollständige Wetter- und Plausibilitätseinschätzung ausschließlich bei Ihrem Team landet.